Zur Einsetzung der neuen Bezirkskantorin Cindy Rinck

Eindrücke aus dem Gottesdienst, in dem die neue Bezirkskantorin vorgestellt wurde

Mit dem zweiten Satz aus der Sinfonie „Lobgesang“ von Felix Mendelssohn Bartholdy für Orgel und Chor „Alles was Odem hat, lobe den Herrn“ stellte sich die neue Kantorin der Stadtkirchengemeinde Oberhofen und Bezirkskantorin Cindy Rinck der Gemeinde und dem Kirchenbezirk vor. Alle musikalischen Beiträge, die Predigt und die weiteren Texte des Gottesdienstes standen ganz unter dem Thema „Lob Gottes“.

Kinderchor, Kirchenchor und Concerto vocale begrüßten ihre neue Leiterin mit strahlenden Lob Gottes- Gesängen und sogar mit einem „Psalm in Jazz“ von Michael Schütz. Auch das Bezirksbläserensemble unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Gerald Buß ließ es sich nicht nehmen, den Gottesdienst und den anschließenden Stehempfang musikalisch zu umrahmen.

Pfarrer Frieder Dehlinger, der Bezirksbeauftrage für die Kirchenmusik legte in seiner Predigt den Denkspruch von Frau Rinck aus dem Propheten Jesaja aus. „Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der Herr, dein Erbarmer.“ Er machte Frau Rinck, die aus dem niedersächsischen flachen Rotenburg Wümme stammt, die vielen Berge im Göppinger Umland, vor allem den Hohenstaufen schmackhaft. Er erinnerte die Gottesdienstgemeinde daran, dass es auch in Göppingen vor vielen Millionen Jahren das Jurameer und somit auch Flachland gab. In den Mittelpunkt der Predigt stellte er die Gnade Gottes, von der nicht nur Bezirkskantorinnen, sondern alle Menschen leben.

Gestärkt durch Sekt und Häppchen hörte die versammelte Zuhörerschaft nach dem Gottesdienst und der Einsetzung von Frau Rinck durch Dekansstellvertreterin Ursula Pelkner noch launige Grußworte von OB Guido Till, Jens-Uwe Veil, dem Vorsitzenden der Bezirkssynode, Frank Haas, dem Vorsitzenden der Stadtkirchengemeinde Oberhofen, von Matthias Hanke, dem Landeskirchenmusikdirektor und dem direkten Kollegen Kirchenmusikdirektor Gerald Buß.

Das KollegInnen- Team der Stadtkirchengemeinde Oberhofen begrüßte mit Flöte, Triangel, Tambourin und weiteren Percussion- Instrumenten als Göppinger Stadtmusikanten ihre neue Kantorin, die ganz in der Nähe der Bremer Stadtmusikanten aufgewachsen ist.

„Wir, Gemeinde und Bezirk, sind froh, dass Sie, liebe Frau Rinck nun bei uns sind!“

Pfarrerin Mechthild Friz

Frau Rinck stellt sich vor:

Mein Name ist Cindy Rinck. Ich bin nun seit einigen Wochen in Göppingen und arbeite schon fleißig als neue Kirchenmusikerin im Bezirk. Ich habe vier Chorgruppen übernommen und spiele jeden Sonntag in der Oberhofenkirche. Viele Stunden habe ich mit der Jahresplanung 2020 verbracht, damit alle Gruppen ein Ziel haben und auch in der Stadt wahrgenommen wird, dass es weitergeht mit der Kirchenmusik. Geplant war ein schönes Konzert zur Sterbestunde Jesu am Karfreitag mit Werken von Rheinberger, Mendelssohn und Barber.

Aber natürlich fällt nun alles aus, damit das Virus so wenig Schaden anrichten kann, wie möglich. Deshalb muss mein erstes Konzert in Göppingen erst einmal vertagt werden. Vielleicht hat sich die Situation ja zur Maientagsmotette am 21. Juni wieder entspannt. Der Orgelsommer ist im August geplant, außerdem ein tolles Konzert mit Werken aus der Barockzeit (Bach, Telemann, Vivaldi) am 20. November.

Was steht sonst noch auf To-Do-Liste? Das Kennenlernen aller Gemeinden und Kollegen im Kirchenbezirk Göppingen. Das ist die nächste große Aufgabe und so richtig weiß ich noch gar nicht, wo ich anfangen soll. Die persönliche Kennenlerntreffen habe ich nun wieder abgesagt, aber via Telefon ist ja auch Erstkontakt möglich.

Mein Dienstumfang sieht 40 Prozent Tätigkeit im Bezirk vor. Davon werden schon 20 Prozent ausgefüllt von der C-Kurs Ausbildung. Bei bis zu acht Schülern in der Woche und dem Theoriebereich sind viele Stunden gefüllt. Aber es bleiben noch 20 Prozent, die ich möglichst wirksam einsetzen möchte.

Eine Idee bringe ich aus Bad Kreuznach mit: Orgelunterricht und Orgelprojekte für Kinder. Denn wir haben so ziemlich in allen Landeskirchen ein Nachwuchsproblem im Orgelbereich. Dabei brauchen wir dringend einen Pool von orgelspielenden Menschen. Bisher haben immer erst Jugendliche, die schon ganz passabel Klavier spielen können den Weg an die Orgel gefunden. Das ist aber eigentlich zu spät, denn in dem Alter sind auch viele andere Dinge im Leben interessant. Da noch ein neues Instrument lernen? Auch im Winter zum Üben in die kalte leere Kirche gehen? Da braucht es schon viel Begeisterung. Es gibt in Deutschland nur ganz wenige Orgelschulen für Kinder. Amerika und die Niederlande sind da viel weiter. Ich würde dieses Thema sehr gerne auch im Kirchenbezirk Göppingen weiterbringen. Da aber viele junge Menschen den Kirchenbezirk irgendwann verlassen, müsste man diesen Ansatz eigentlich in ganz Deutschland verfolgen. Denn dann kommen aus anderen Landesteilen auch mal Organisten zu uns.

Obwohl Herr Rothaupt in der Vergangenheit unzählige Orgelschüler hatte, ist es immer noch schwer Vertretungen zu finden. Das ist aber auch normal. Auch ich selbst habe nach der C-Kurs-Ausbildung meine Heimat verlassen und bin studieren gegangen. Es haben dann andere Gemeinden von der Ausbildung profitiert. Aus diesem Grund fände ich es schön, wenn alle Landeskirchen sich gemeinsam der Aufgabe annehmen. Warum hierfür nicht auch ökumenisch denken? Denn wir sind alle Christen und möchten Musik im Gottesdienst erleben.

Neben dem Orgelunterricht möchte ich aber auch die Chorleiter unterstützen, ich möchte Fortbildungen organisieren und kleine Konzertreihen im Bezirk anregen. Ab und zu möchte ich auch zu großen zentralen Events einladen.

Dafür muss ich aber erst ganz viele Menschen kennenlernen. Dann finde ich sicher heraus, welche Wünsche und Ideen es hier in der schönen Gegend gibt.

Ich selbst habe meinen Schwerpunkt momentan auf der Chorarbeit. Ich spiele auch sehr gern Orgel, aber bisher hat die Chorarbeit mich immer mehr eingespannt und die Orgel musste etwas weichen.

Auch im Kinderchorbereich habe ich mich durch Fortbildungen so richtig reingearbeitet und würde mich total freuen, wenn die Gruppen noch neue SängerInnen bekommen. Momentan arrangiere ich Stücke, die die Kinder sich gewünscht haben. Auch eine ganz verrückte Zusammenstellung von aktuellen Hits steht unter anderem auf dem Programm.

Ganz wichtig ist mir, dass Musik Freude machen soll. Wenn das Musizieren in Stress ausartet oder nur noch lästige Pflichterfüllung ist, ist man auf einem falschen Weg. Musik kann motivieren, trösten und öffnet Herz und Seele. Das möchte ich vermitteln und freue mich über Unterstützung und Anregungen!

Ein bisschen zu meiner Person:

Ich komme aus Rotenburg Wümme bei Bremen. Studiert habe ich Kirchenmusik, Orgel und Chorleitung in Würzburg und Köln. Ein Jahr war ich Praktikantin an der Stiftskirche Stuttgart und dann 4,5 Jahre Kreiskantorin in Bad Kreuznach bei Mainz.

Meine Hobbys sind Volleyball und Kochen. Sehr gerne mache ich Tageswanderungen. Ich war auch schon bei Deggingen und Geislingen unterwegs und habe diese wunderschöne Region genossen.

Auch wenn es jetzt am Anfang so richtig holpert, freue ich mich total über die neue Tätigkeit und hoffe auf viele ZuhörerInnen und MitsängerInnen in allen Gruppen.

Cindy Rinck