„Kreuzwegstationen“ von Brigitte Schilling in der Hl.-Kreuz-Kapelle

Während der Passionszeit vom 14.02.18 bis 31.03.18 2018 wird in der Hl. Kreuz-Kapelle der Göppinger Oberhofenkirche der Bilderzyklus „ Kreuzweg“ von Brigitte Schilling zu sehen sein .

„In der Regel gebe ich meinen Werken keine Titel“ , sagt die Künstlerin. Dem Betrachter bleibt dadurch mehr Freiraum für eigene Interpretationen und Wahrnehmungen des Dargestellten. Manches Mal entwickeln sich jedoch, oftmals aus Gesprächen und Diskussionen mit Freunden und Kollegen, Bilderserien, die ein Thema haben. So entstand auch der Zyklus des Kreuzweges.

Der freie Umgang mit dem Thema Kreuzweg, den Leidensweg Christi in einer abstrakt-symbolischen Form darzustellen war eine spannungsreiche und fesselnde Herausforderung. „Die Wahl der Farbgestaltung war eine Mischung aus Intuition und bewusster Entscheidung während des Malprozesses“ erzählt die Künstlerin. Farbe ist neben der Bildkomposition ein wesentliches Ausdrucks- und Gestaltungsmittel, transportiert Emotion und Bedeutung. Die vorwiegend verwendeten Grautöne in vielen Schattierungen, unbunt und dennoch, oder vielleicht gerade deshalb, kraftvoll und expressiv, lassen der eigenen Interpretation viel Raum. In Kombination mit dem sparsam eingesetzten Schwarz und Weiß werden emotionale Reaktionen intensiviert und wirken dennoch distanziert und unergründlich. Die rauhe und gebrochene Oberflächen-Struktur war beabsichtigter Teil bei der Bildentstehung, können sie doch Sinnbild des Lebens darstellen und spirituellen Charakter haben. Naturmaterialien, wie Sande, Steinmehle, verschiedene Aschen und Kreiden unterstreichen den Charakter der Bildaussage.

So entstanden in intensiver Arbeit sieben quadratische Bildmotive jeweils 40cm auf 40cm.Die Bibelstellen wurden in einem assoziativen Prozess den einzelnen Bildmotiven zugeordnet. Die Titelgebung ist jedoch keine Festschreibung. Die Bilder sollen den Betrachter einladen eigene Fragen zu stellen und nachzudenken, sie sollen Raum geben seiner eigenen Wahrnehmung zu folgen und individuelle, subjektive Interpretationen ermöglichen. Losgelöst von einer religiösen Bedeutung kann der Bildzyklus auch als (eigener) Lebensweg interpretiert werden und die Stationen als existentielle, markante Wendepunkte im Verlauf eines Lebens betrachtet werden.